Astronomen entdecken Himmel und Hölle

Suzanne Aigrain und ihren Forscherkollegen von der Universität Exeter gelang vergangenen Donnerstag (24.7.2008) eine kleine Sensation: Sie entdeckten einen neuen Planeten.

Dieser treibt allerdings nicht in unserem Sonnensystem sein Unwesen, sondern befindet sich viele Lichtjahre entfernt auf der Umlaufbahn einer sehr erdähnlichen Sonne (etwa 1/5 Größer). Dieser Planet, der auf den kryptischen Namen CoRoT-Exo-4b getauft wurde, hat etwa die Größe des Jupiters, bringt es aber auf nur 70% der Masse.

Was sind Exoplaneten?

Seit 1992 entdecken Astronomen laufend neue Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Über 300 sind mittlerweile bekannt. Diese Planeten werden Exoplaneten genannt und es handelt sich hauptsächlich um große Gasriesen. Da man Exoplaneten nur indirekt nachweisen, also sie nicht selber sehen, dafür aber Unregelmäßigkeiten in Strahlung und Eigenbewegung von fremden Sonnen messen kann, ist es mit der bisherigen Technik schwer, auch kleinere Exolaneten aufzuspüren. Eine wichtige Ausnahme bildet Gliese 581c, 2007 von der Europäischen Südsternwarte entdeckt. Dieser ist 1,5 mal so groß wie die Erde und man vermutet, dass auf ihm ähnliche Temperaturen herrschen könnten.

Aber auch CoRoT-Exo-4b kann mit einer Besonderheit aufwarten, die zwar keine Rückschlüsse auf Leben zulässt, dafür aber ein kosmologisch viel selteneres Phänomen darstellt: Auf ihm sind ein Tag und ein Jahr identisch. Er dreht sich mit der selben Geschwindigkeit um seinen Stern und seine eigene Achse. Eine Seite wird immer von der Sonne beschienen, auf der anderen Seite herrscht ewige Finsternis. Fast so, als würden Himmel und Hölle gleichermaßen auf CoRoT-Exo-4b stattfinden.


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