Keimfreier Sandkasten?

Nachdem der letzte Versuch der Mars-Sonde Phoenix suboptimal verlief, gefrorenes Gestein aus seinem Schäufelchen in sein Eimerchen zu befördern, wagen die Ingenieure der NASA heute Nacht einen erneuten Versuch.

Gefroren? Ja, richtig gelesen. Bereits bei der Landung von Phoenix Ende Mai bemerkten die Wissenschaftler, dass die „weißen Flecken“ in der Umgebung, in der die stationär operierende Sonde landete, schrumpften. Ob und was genau das für ein Eis ist, ob es aus Wasser, Stickstoff oder irgendwas anderem besteht, sollen u.a. die Bodenproben der defektbeladenen Sonde herausfinden.

Bild der Phoenix-Sonde am zweiten Missionstag: Quelle NASA/ JPL-Caltech/ University of Arizona
Ausblick aus der Phoenix-Sonde am zweiten Missionstag
(Quelle: NASA/ JPL-Caltech/ University of Arizona)

Erst waren die Speicherfunktion von Phoenix kaputt und jetzt blieb einfach ein Grossteil einer Bodenprobe im Inneren der „Roboter-Schaufel“ backen. Selbst intensives Rütteln half nicht. Die Probe wollte nicht ins TEGA, dem Thermal and Evolved-Gas Analyzer. Beim Versuch heute Nacht (27. auf den 28. Juli) soll eine „Raspel“, die den Boden auflockert, weniger zum Einsatz kommen (um einer Erhitzung vorzubeugen) und die Schaufel von Phoenix die ganze Zeit leicht vibrieren.

Bleibt die Frage, was die Wissenschaftler in den Proben von Phoenix finden. Nicht Wasser wäre die Sensation, dass es dieses Mal auf dem Mars gegeben hat, gilt als sehr wahrscheinlich. Primäre Aufgabe von Phoenix ist die Suche nach Spuren ehemaligen Lebens. Würde dieser Nachweis gelingen, wäre es der Wissenschaft abermals gelungen, die Sonderstellung der Erde im Weltraum zu relativieren.


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