Über SETI
SETI ist ein Akronym und steht für (Search for Extraterrestrial Intelligence) - also die Suche nach Außerirdischem Leben. Und dies ist nicht nur Science-Fiction oder die Fantasie manch progressiver Religionsgründer - Tausende von Menschen betreiben dies bereits.
Da sich die Menschheit bislang aber eher mit den schwindenden Erdöl-Reserven statt einer interstellaren Reiseform beschäftigt und es auch in naher Zukunft eher unwahrscheinlich ist, dass wir unsere hübschen Popos hinauf zu fremden Sternen schwingen, beschränkt sich die SETI derzeit auf eine Beobachtung des Nachthimmels.
Das SETI-Institut
Dabei spielt das SETI-Institut eine zentrale Rolle. Diese gemeinnützige Firma wurde 1984 in den USA gegründet und wird u.a. von der NASA betrieben. Das SETI-Institut verfügt über Radioteleskopanlagen, mit denen der Nachthimmel sozusagen belauscht wird. Ganz allgemein gesprochen wird dabei nach Mustern gesucht, die sich vom normalen "Rauschen" des Kosmos signifikant unterscheiden und nur von intelligentem Leben stammen können. Neben diesem Lauschangriff auf die Sterne wird auch nach optischen Signalen wie beispielsweise starken Lasern o.ä. Ausschau gehalten. Das SETI-Institut koordiniert die z.T. weltweit und dezentral stattfindende Auswertung aller gesammelten Daten auf Privatrechnern (siehe SETI@home), betreibt aber auch eigene Forschungen, wie wir Menschen zielgerichteter Außerirdische Signale finden könnten.
Denn der Lauschangriff ist alles andere als einfach. Mit den uns derzeit zur Verfügung stehenden technischen Mitteln lässt sich immer nur ein winziger Bruchteil des Universums abhören. Zudem ist es eine pure Unterstellung, dass außerirdische Zivilisation fröhlich in Frequenzbereichen Nachrichten ausstrahlen, die auch von uns Menschen genutzt werden. Die Grundlagenforschung am SETI-Institut beschäftigt sich daher primär mit drei Fragen.
1) Mit welcher Technik könnte eine fremde Zivilisation Botschaften senden?
2) Wie kann eine Botschaft in universeller Symbolik verfasst werden, ohne an den Hürden von Sprache, Schrift oder bestimmten Sinnen zu scheitern?
3) In welchen Abschnitten des Universums ist es wahrscheinlicher, dass Leben vorhanden sein könnte?
Darüber hinaus findet über das SETI-Institut auch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit statt.
Derzeitiger Stand, Ängste und Hoffnungen
Der italienische Physiker und Funk-Pionier Guglielmo Marconi behauptete 1919, Signale einer außerirdischen Zivilisation empfangen zu haben. Diese sensationelle Nachricht konnte aber nie bestätigt werden und man kann mit einigem Recht annehmen, dass der findige Italiener mehr auf seine eigenen Forschungen aufmerksam machen wollte.
Tatsächlich ist die Suche nach intelligenten Leben jenseits unserer Welt bislang völlig ergebnislos. Und das, obwohl an verschiedenen US-Universitäten bereits seit Anfang der 60er Jahre gezielt Radioteleskope auf die Sterne gerichtet wurden.
Wesentlich spannender ist daher eigentlich, was die Menschen mit der SETI verbinden. Ist es für viele reine Spinnerei, wird andernorts selbst versucht, Botschaften ins All zu schicken, was wiederum die Befürchtung nährt, die Menschheit könnte versehentlich auf sich aufmerksam machen und von bösen Aliens überfallen werden. Am realistischten sind wohl noch jene Überlegungen die dahingehend spekulieren, wie sich eine echte Nachricht außerirdischen Lebens auf das Welt- und Selbstbild der Menschen auswirken könnte. Angesichts der riesigen Distanzen im Universum und der physikalisch wahrscheinlichen Grenze von Lichtgeschwindigkeit als Übermittlung von Informationen, ist ein reger Gedankenaustausch ähnlich eines Telefonats ohnehin unwahrscheinlich.
Die Drake-Gleichung
Das es indes nicht völlig unwahrscheinlich ist, dass fremdes Leben mit dem nötigen technischen Wissen im Universum existiert, versucht die Drake-Formel (auch als Green Bank Formel bekannt) zu beweisen. Der amerikanische Astronom und Astrophysiker Frank Drake stellte sie 1961 auf. Sie schaut so aus:
N = R * f(p) * n(e) * f(l) * f(i) * f(c) * L
Mit N soll dabei die Anzahl der Planeten berechnet werden, auf denen Zivilisationen leben, die in der Lage und auch Willens sind, Nachrichten aus dem All zu empfangen und hinauszusenden. Um diese Summe zu berechnen, werden folgende Wahrscheinlichkeitswerte addiert: R steht für die Häufigkeit geeigneter Sternensysteme, in denen die Sonne überhaupt Lebensbedingungen ermöglicht. f(p) für den Anteil dieser Sterne, die auch ein eigenes Planetensystem besitzen. n(e) reduziert diese Menge dann um jene Sonnensysteme, bei denen sich Planeten überhaupt in der "lebensfähigen" Zone befinden, also wie z.B. die Erde in ihrer speziellen Umlaufbahn, die flüssiges Wasser ermöglicht. Da sich nicht auf jedem dieser Planeten zwangsläufig Leben entwickeln muss, wird der Wert der Planeten, auf denen sich tatsächlich Leben entwickelt hat, mit f(l) eingeschränkt. f(i) fragt dann, auf wie vielen Planeten mit Leben sich auch intelligentes Leben entwickelt hat. Dieses wird dann wiederrum von f(c) eingeschränkt, da unterstellt werden muss, dass nur eine geringe Anzahl des intelligenten Lebens überhaupt die nötigen, technischen Vorraussetzungen hat. Und da eine Nachricht im Weltraum lange braucht, sich intelligentes und fortgeschrittenes Leben dank Atombomben, Umweltverschmutzung o.ä. aber schnell selber die Lebensgrundlage entziehen kann, wird auch noch die durchschnittliche Lebensdauer L von möglichen Zivilisationen mit einberechnet.
Das sämtliche Werte spekulativ sind (auch wenn wir mittlerweile wissen, dass es auch andere Sonnensysteme mit Planeten gibt), steht außer Frage. Es geht bei der Drake-Gleichung weniger um die Ermittlung eines exakten Wertes sondern um die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Universum nicht alleine sind und das man mit einiger statistischer Wahrscheinlichkeit auch davon ausgehen kann, dass ähnlich uns Menschen auch andere Zivilisationen Weltraumbotschaften ins All schicken.
